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Die Sternmaus

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    Zvözdnaya Mysch

   
    Die Stermaus
    Yuri Zimmermann
   ( Memoiren eines Moskauer Casanovas - XII)
   
  
 [Helen Rabinovich]
   
   
Deutsche Übersetzung - Klaus Kleinmann
   
    Viele sind berufen, doch nur wenige sind auserwählt
    Das wusste schon der Evangelist Lukas. Im vorliegenden Fall ging es aber nicht um das himmlische Königreich, sondern nur um den bescheidenen, gemütlichen Tempel Euterpes, der sich hinter einer kleinen Grünanlage im Schatten der Twersker Straße versteckte und "Allsowjetisches Haus der Komponisten" hieß. Genau dorthin eilten heute die Seelen meiner Wenigkeit gemeinsam mit der von Anna, weil uns nach himmlischen Klängen gelüstete. Aber ach, es gab nur etwa 30 bis 40 freie Stelle für Auserwählte, doch um Zehnerpotenzen mehr Aspiranten, die sich in diesen mega-elitären und hyper-angesagten Jugendclub einschreiben wollten. Grigorij Fried hatte ihn aus der Taufe gehoben und leitete ihn bis heute. Wir sahen uns an und schritten zur Tat.
    - Nehmen Sie Geheimagenten und Spione auf? .
    Das erwies sich als äußerst gelungener Auftakt des Gesprächs, der uns stehenden Fußes aus der Schar der gewöhnlichen Aspiranten heraus in die Höhe katapultierte. Hochmütig und blasiert räusperte sich der Genosse auf der anderen Seite des Tisches, weil er völlig perplex war, aber dann blickte er doch mit unverhohlenem Interesse zu uns hinüber und beantwortete die Frage in bester Manier eines gewissen Volkstammes mit einer Gegenfrage:
    - In wessen Auftrag belieben Sie denn zu spionieren?
    Damit war das Eis gebrochen. Anna und ich hoben gemeinsam an, Lobeshymnen auf unseren eigenen Klub zu singen, der sich unter der Bezeichnung "wissenschaftlicher Atheismus" verbarg und für junge Leute mit religiösen Zielen wie geschaffen war. Wie schlau und talentiert wir doch alle seien, was wir alles wissen und können... Dabei vergaßen wir natürlich nicht, auf gemeinsame Interessensgebiete hinzuweisen: "Geistliche Musik, Kirchengesänge - das ist alles so spannend!"
    In wenigen Augenblicken waren die Dinge geklärt, und zwar zu unseren Gunsten. Die Aufregung über den vollbrachten Kraftakt wogte noch in meinem Busen, die frühlingshafte Stimmung beschwingte und beschwipste mich. Als wir auf die Straße hinaustraten und uns fröhlich, "mit einem Gefühl tiefster Befriedigung", in die Augen sahen, da tat ich plötzlich etwas, an das ich Sekunden vorher noch mit keiner Silbe gedacht hatte: Ich nahm Anna in die Arme, drückte sie ganz fest an mich und küsste sie.
    Bisher war es mir noch nie in den Sinn gekommen, diesem Mädchen gegenüber irgendwelche Gefühle zu hegen - außer freundschaftlichen, versteht sich. Ihr Verhalten und ihre Art sich zu kleiden gaben dazu keinerlei Anlass, eher im Gegenteil. Sie war ganz der burschikose Typ mit Bürstenschnitt und Brüsten im Bonsaiformat. Noch nie hatte ich sie in einem Rock oder einem Kleid gesehen. Stets trug sie Männerhemden, Hosen und derbe Schuhe, aus denen dicke Männersocken lugten. Als ich sie näher kennen lernte, erfuhr ich, dass schon der bloße Gedanke daran, eine Damenstrmpfhose anzuziehen, bei ihr regelrechte Krämpfe hervorrief.
    Bisher hatten wir nur freundschaftliche Küsschen getauscht, und plötzlich stellte ich mit großer Verwunderung fest, dass sie hingebungsvoll küssen konnte. Die Tatsache, dass sie das konnte wie eine sensitive und temperamentvolle Frau, hatte sie bisher sorgfältig unter Männerkleidern und ihrer Aufmachung als jugendlicher Page vor den Augen Fremder verborgen. Ja, Physik und Chemie, sogar die Sterne wachten heute auf über dieser Studentin der der Physik, der jungen Examenskandidatin aus dem Institut gegenüber.
    Mit den Sternen stand Anna auf Du und Du: sie schrieb gerade an ihrer Diplomarbeit in der Abteilung Astronomie, verbrachte den größten Teil der Nächte im Observatorium und schlief am Tag. Und überhaupt hatte sie etwas, das an den Kleinen Prinzen erinnerte. Wahrscheinlich lag das an ihrem Desinteresse an weltlichen Belangen, vielleicht auch an ihrem jenseitigen, kindlich naiven Blick mit weit geöffneten Augen, deren schmale Form auf den ersten Blick tartarische Wurzeln erkennen ließ. Heute würde man sie wohl als "kawaii" bezeichnen. Außerdem war ich bass erstaunt über die Tatsache, dass Anna bis heute ihre Jungfräulichkeit bewahrt hatte, was man von einer Diplomandin der Physik normalerweise nicht erwarten konnte.
    Nun war also unsere Mission erfüllt und wir sahen uns regelmäßig donnerstags im gemütlichen Saal des Hauses der Komponisten, um Musik zu hören und mit Leuten darüber zu diskutieren, die ebenso jung wie fortgeschritten waren. Und es gab jede Menge zu diskutieren!
    Der MJK, Moskauer Jugendmusikklub, war in den Achtziger und Neunzigerjahren eine höhst interessante Einrichtung, zu der die ungewöhnlichsten und herausragendsten Komponisten und Musiker eingeladen wurden. So werde ich zum Beispiel niemals Lina Mkrtschjan vergessen, eine Sängerin mit einem unglaublichen Tonumfang vom tiefen Kontraalt bis fast zum lyrischen Sopran. Mit dieser Stimme gab sie mit gleicher Hingabe europäische Klassik, Romanzen und Blues zum Besten und bereicherte, ja bezauberte jeden im Saal. Oder jenen wunderbaren Abend, an dem uns Vera Gornostajewa, Professorin am Konservatorium, mit dem Saxophon als klassischem Instrument vertraut machte, das keineswegs nur mit dem Jazz verbunden war. Wir hörten zum Beispiel eine Sonate für Saxophon und Geige und ein Konzert für Saxophon und Orchester. Neu und frisch klang das, wie fast alles, was an den Klubabenden geboten wurde. Das war das Credo und der Stil von Grigorij Fried.
    Und was ging wohl erst im Publikum vor, wenn sogar Alfred Schnittke zu einem Gespräch mit den Jugendlichen bereit war! Wir kamen zwei Stunden vor dem eigentlichen Beginn und standen die ganze Zeit vor der Tür, um dann im fürchterlichen Gedränge derer, die in den Saal stürmten, wenigstens noch ein Plätzchen auf der Galerie zu ergattern. Aber der Einsatz lohnte sich: Der lebende Klassiker und Stern der symphonischen Postmoderne erwies sich als munterer Erzähler, und selbst die schwierigsten und von musikalischen Zitaten nur so strotzenden Werke wie der "Minnesang" oder die "Legende von Doktor Faust", die an diesem Abend erklangen, erschienen nach seinen Erklärungen einfach und verständlich. Allerdings war auch der in Musikerkreisen weit verbreitete, bissige Scherz "Schrittke für Schrittke, die Musik von Schnittke" nicht allzuweit von der Wahrheit entfernt.
    Die Abende in unseren beiden Klubs - dem musikalischen und unserem eigenen, atheistischen - endeten spät, und nach Moskauer Maßstäben lebten Anna und ich fast in der Nachbarschaft. Außerdem war es nicht nur eine hohe Ehre, sondern geradezu ein Gebot der Höflichkeit, die Dame nach Hause zu begleiten. Die Küsschen zum Abschied wurden länger und heftiger, die Umarmungen inniger... Eines wunderschönen Abends fuhren wir schließlich eine Station auf der blauen Linie der Metro weiter, um, statt Anna zu Hause abzuliefern, in meine Wohnung zu gehen. Und dort blieben wir bis zum Morgen.
    Ohne Kleider sah sie fast noch bonsaihafter aus. Sie reichte mir kaum bis ans Ohr, meine Kleine Prinzessin, mein graues Moskauer Mäuschen mit den überirdischen Augen. "Also höre, ich bin deine Maus und du bist mein Misch", verkündete sie eines Tages. "Weißt du, woher das stammt?" Natürlich konnte ich mich an diesem Satz aus "Alice im Wunderland" erinnern: "Vocativ - O Maus!" Aber meine Annette schwamm nachts nicht im Meer der Tränen, sondern im Meer der Sterne. Und sie sah wirklich aus wie ein Junge, hatte jedoch dicke, füllige Brustwarzen, die stolz aus den praktisch nicht vorhandenen Brüsten hervorstanden. Und nicht ohne Grund stöhnte der Musikwissenschaftler Alik Zereteli, der im Haus der Komponisten keinen einzigen Jungenhintern kommentarlos vorbeischarwenzeln ließ, in höchstem Maße lustvoll auf, als er Anna eines Tages von hinten sah.
    In meinem Bett verkehrten wir übrigens von Angesicht zu Angesicht. Im Liebesnest erwies sie sich Ihres Kosenamens würdig: Sie war gleichermaßen prüde und neugierig, bereit, mir sozusagen Käse aus der Hand zu naschen und im nächsten Augenblick Hals über Kopf die Flucht zurück ins angestammte Mauseloch anzutreten...
    Äußerst flink, geradezu mit wagemutiger Überstürzung entledigte sie sich ihrer Kleidung, aber es dauerte fast eine halbe Stunde, bis sie meinen Küssen gestattete, von den Lippen ihres Mundes zu jenen anderen Lippen überzugleiten, die sich an der Stelle befinden, wo unserer Schöpfer geruht hat, die Beine auseinandergehen zu lassen. War das erst einmal vollbracht, dann erwies sich die junge Dame meinem entblösten Körper und seinen intimsten Stellen gegenüber als aufgeschlossen, kooperativ und von einer detaillierten und kaum noch wissenschaftlich zu nennenden Neugier beseelt.
    Irgendwann schaffte ich aber es von Annas mittelblondem Haupthaar eine Etage tiefer zu jenem dünnen und schütteren Bewuchs. Ihre akkurat gezogene Ritze zwischen rundlichen, fast kindlichen Venushügeln schien nur auf die Liebkosung meiner Zunge gewartet zu haben. Aber bei der ersten, hingehauchten Berührung schreckte sie so angstvoll zurück, dass man meinen konnte, sie hätte einen Krampf bekommen.
    "Ännchen, was ist denn los, stimmt etwas nicht?"
    "Ach nein, ist schon gut", gab sie mit fast tonloser Stimme zur Antwort, "aber ich hab sowas bisher noch nie gemacht..." - um den Satz nach einer kleinen Pause durchaus logisch zu ergänzen: "...mit einem Mann."
    Alle Puzzleteile, die ich mir mühsam zusammenklamüsert hatte, fügten sich in diesem Augenblick endlich zu einem schlüssigen Bild zusammen: Das war offenbar das Gemeimnis meiner Kleinen Prinzessin!
    Für die jungfräulich unerfahrene, aber nach Erkenntnis dürstende junge Dame interssierte sich schon während der neunten Klasse eine Literaturkundelehrerin, die in ihrem Privatleben weniger Männern als sapphischen Zerstreuungen zuneigte. Anna wurde ihre Gespielin, was sie bis heute kein einziges Mal bedauert hatte. Wenn man ihr Glauben schenken durfte, und ich hatte keinen Grund, an ihrer Aussage zu zweifeln, gefiel ihr das über alle Maßen. Jene eindrucksvolle und wohltalentierte Dame bereicherte ihre jugendliche Favoritin außer mit körperlichen Freuden auch noch mit der Liebe zu Literatur und Musik. So machte Anna die Bekanntschaft mit den Welten umspannenden Sphären der Schönheit, der Kunst und... ja, zuweilen auch religiöser Praktiken.
    Wahrscheinlich hat Anna das zutiefst beeindruckt.
    Leider war die Schulleitung gegenteiliger Ansicht. Nachdem man Lehrerin und Schülerin in einer an Eindeutigkeit nicht zu überbietenden Situation, sozusagen in flagranti, ertappt hatte, entspann sich ein gewaltiger Skandal, der nicht einmal vor Annas Eltern Halt machte und mit der Entlassung der geliebten Lehrerin endete. Das führte dazu, dass sich mein Mäuschen hinter dieses jungenhafte Erscheinungsbild duckte und ihre Weiblichkeit Büchern, Gedichten und der Fantasie überließ.
    Sie war durch und durch eine romantische Schwärmerin. Mindestens zwei oder dreimal die Woche entdeckte ich zum Beispiel mit schöner Regelmäßigkeit in ihrem Briefkasten ein kleines Billet, das zwei oder drei Verse aus irgendeinem - eigenen oder fremden - Liebesgedicht enthielt. Ab und zu fanden sich darin auch fernöstliche Lebensmaximen. Auch war ihre Ausdrucksweise manchmal so verschwommen und allegorienhaft, dass ich nur mit Mühe zum Kern ihrer Aussage vordrang und dabei oft genug auf meine bloße Intuition angewiesen war.
    Genau diese Intuition bestärkte mich auch darin, Annas Jungfernschaft nicht anzutasten. Mit etwas mehr Hartnäckigkeit wäre ich gewiss zum ersten Mann ihres Lebens geworden. Wahrscheinlich wäre das sogar recht schnell gegangen und hätte, wenn schon nicht in unserer ersten Liebesnacht, dann doch bald in einer der nächsten zum Erfolg geführt. Aber irgendwie habe ich micht nicht getraut.
    Ich wollte und konnte dieses feenhafte Gewebe von Sagen und Märchen nicht zerreißen, in dem meine Kleine Prinzessin lebte. Es war mir unmöglich, mit Trakoren und Buldozern im Baobab-Wäldchen ihres Planeten herumzufuhrwerken, um dort Rosenfelder anzulegen. Die Rose sollte einzigartig sein wie das Füchslein . Deswegen bekam Alla Pugatschewa, die mit einem Schlager über Millionen rote Rosen berühmt geworden wurde, leider nicht in die Hauptrolle in der Faustkantate von Schnittke, worüber der Komponist an seinem Abend mit bewegten Worten sprach. Die Höllenqualen - oder das, was Alfred Schnittke darunter verstand - sind eher sittlich-moralischer Art. Der Sünder wird dort einer grenzenlosen Erniedrigung unterworfen, und der Komponist wollte seinen Zuhörern genau das vor Augen führen, indem er ihn inmitten dieser ausgesprochen tiefgreifend philosophischen Komposition mit einem leichtgeschürzten Tango konfrontierte, den ein Popstar zum Besten gab.
    Meine Sternenmaus verdiente eine solche Erniedrigung nicht. Ich fühlte mich viel zu sehr als Hengst, um mich mit diesem scheuen Reh vor einer Kutsche spannen zu lassen. Also hielt ich mich eher bedeckt, obwohl die erotische Anziehungskraft zwischen uns fröhliche Urständ feierte. Anna war neugierig wie eine echte Physikerin und probierte emsig alle neuen Spielarten im Umgang mit dem männlichen Geschlecht aus. Eines Tages zog sie mich zum Beispiel mit sich in die Badewanne, wo wir uns im warmen Wasser ausgiebigen Zärtlichkeiten widmeten. Dabei genossen wir es immer und immer wieder, mit nackten Körpern aneinander entlangzuschliddern.
    Ich streichelte sie mit den Händen und mit der Zunge und brachte sie mehrmals in einer Nacht zu höchsten Gipfeln der Lust. Aber sie erinnerte mich dabei seltsamerweise an jene Sterne mit wechselnder Lichtgestalt, derer sie sich in ihrem Observatorium widmete: grelle Ausbrüche wechselten mit atemloser, selbstvergessener, nahezu lautloser Seligkeit, bei der nur noch ein leises Zittern in ihren Hüften andeutete, in welchem inneren Glückszustand sie sich gerade befand.
    Anna nahm es hin, dass ich mich nicht an ihrer Jungfräulichkeit verging, oder besser gesagt, nicht bereit war, die Verantwortung für deren Beendigung auf mich zu nehmen. Aber die Tatsache, dass ich jedesmal ohne eigene Labsal blieb, regte sie doch mächtig auf. Beim dritten oder vierten Mal schaute sie mir tief in die Augen und fragte mit unerwartet schüchterner Stimme: "Weißt du was? Stille mein Durst, bitte!"
    Dann nahm sie ganz vorsichtig mein schon lange vor Lust völlig versteinertes Stückchen Käse zwischen ihre Mausezähnchen und verschlang es.
    Solche Liebensürdigkeiten hatte ich von meinem kleinen Mäuschen nicht erwartet, obwohl das ins allgemeine Bild passte und aus ihrer Sicht natürlich vollkommen logisch und in Ordnung war. Zu meinem Glück war das aber ihre erste Erfahrung auf dem Gebiet der "französischen" Liebe mit einem Mann (es sei noch einmal unterstrichen: mit einem Mann!). Daher endete die Prozedur auch nicht nach wenigen Sekunden, kaum dass sie angefangen hätte, was unweigerlich der Fall gewesen wäre, wenn sie mehr Erfahrung gehabt hätte, denn ich war äußerst erregt.
    Aber nein, wir genossen noch lange diese zärtlichen Berührungen der Lippen und der Zunge, liebevolle Bisse und tiefes Einsaugen, obwohl am Ende der berüchtigte "kleine Tod" mir nicht vorspiegelte, im muslimischen Himmelreich zu sein, wo jedem Diener des Propheten die Verführungskünste und Liebkosungen jungfäulicher Huris versprochen sind.
    Damals lief die Zeit nach eigenen Gesetzmäßigkeiten ab. Annas Abschlussprüfung rückte näher, und es blieb immer weniger Raum für unsere Treffen, ebensowenig für musikalische und "atheistische" Begegnungen. Das letzte Mal sahen wir uns in ihrer Wohnung, als das Abschlussexamen feuchtfröhlich gefeiert wurde. Da kam ich mir in ihrer Gegenwart schon fast wie ein Fremdling vor. Der einzige Mensch, den ich dort kannte, war ein gemeinsamer Freund, der auf den Spitznamen "Geist" hörte, genauer "Geist Wilhelm Shakespeares", wenn Ihnen Clifford Simak gefällt. Die Geschichte des "Geistes" verdient es allerdings, Gegenstand einer eigenen Erzählung zu werden, denn mit vielen Damen aus seinem Umfeld, einschließlich seiner Ehefrau, war ich ausgesprochen gut, will sagen: ausgesprochen nah bekannt. Aber davon ein andermal. Nach dieser Feier nahm Anna glücklich ihr Diplom entgegen, suchte sich irgendwo eine Anstellung und verschwand für immer aus meiner Hemisphäre. Doch nach einigen Jahren erzählte der "Geist", dass sie geheiratet und drei Kindern das Leben geschenkt hatte und - Sie werden es nicht glauben - in Damenkleidern und Röcken herumlief.
    Aber bitte sehr: Ich bin froh, dass meine Sternenmaus endlich ein gemütliches Mauseloch beziehen konnte. Sie geriet nämlich in den Bann der Esoterik. Einmal von deren Weisheit durchdrungen, vergaß sie allmählich ihre Phantasiegestalten. Nachdem sie die inneren Werte erkannt hatte, verlor sie die Vorstellung von Äußerlichkeiten. Sie hatte gelernt, zu sehen, auf was es ankommt, und Unnützes nicht zu beachten. Sie schaute dahin, wo es sich hinzuschauen lohnt, und vernachlässigte, was man nicht zu sehen braucht - wie ihre liebste fernöstliche Weisheit verkündete.
    Mögen die Sterne an Annas Himmel nie verlöschen, mögen die himmlischen Klänge nie aus ihrem Haus verschwinden. Und schönen Dank dafür, dass die Kleine Prinzessin eine Zeitlang mein Leben mit ihrer Anwesenheit schmückte.
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